Zwei Spurenelemente mit dokumentierten Angaben — gemäß EU-Verordnung Nr. 432/2012
Zum LeitfadenDie Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ am Hals, das die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) produziert. Diese Hormone steuern nahezu jede Zelle des Körpers — von der Wärmeregulation über den Energieumsatz bis hin zur Entwicklung des Nervensystems.
Für die Bildung dieser Hormone benötigt die Schilddrüse ausreichend Jod als Rohstoff. Ein zweites Spurenelement, Selen, ist an der Umwandlung der Hormone in ihre aktivere Form beteiligt. Beide Mineralien ergänzen sich in unterschiedlichen Abschnitten desselben biologischen Ablaufs.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die wissenschaftliche Datenlage zu Jod und Selen geprüft. Auf dieser Grundlage hat die EU-Kommission gesundheitsbezogene Angaben zugelassen, die Magnetitpfad im Folgenden mineralspezifisch darstellt.
Jod ist ein Spurenelement, das ausschließlich für die Bildung der Schilddrüsenhormone genutzt wird. In der Schilddrüse wird Jodid aktiv aufgenommen und in das Protein Thyreoglobulin eingebaut, wo die eigentliche Hormonsynthese stattfindet. Der tägliche Referenzwert für Jod liegt gemäß EU-Verordnung bei 150 µg.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Selen ist Bestandteil der Dejodase-Enzyme, die das in der Schilddrüse gebildete T4 in das stoffwechselaktivere T3 umwandeln. Ohne ausreichend Selen verlangsamt sich dieser Umwandlungsschritt. Der tägliche Referenzwert für Selen liegt gemäß EU-Verordnung bei 55 µg.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Nach der Aufnahme aus der Nahrung gelangt Jodid über den Blutkreislauf zur Schilddrüse. Dort wird es über einen aktiven Transportmechanismus, den Natrium-Jodid-Symporter, in die Schilddrüsenzellen geschleust und anschließend an Tyrosinreste des Proteins Thyreoglobulin gebunden. Aus dieser Bindung entstehen zunächst Monojodtyrosin und Dijodtyrosin, die sich zu den fertigen Hormonen T4 und T3 zusammenschließen.
„Jod trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Ohne eine ausreichende Jodzufuhr kann die Schilddrüse nicht genug Hormon bilden, was über einen Rückkopplungsmechanismus zu einer vermehrten Ausschüttung des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) aus der Hirnanhangdrüse führt.
Das von der Schilddrüse abgegebene T4 gilt als Speicherform und muss in vielen Zielgeweben erst in das aktivere T3 umgewandelt werden. Diese Umwandlung übernehmen selenhaltige Dejodase-Enzyme, die ein Jodatom vom T4-Molekül abspalten. Selen liegt in diesen Enzymen als Selenocystein vor — eine seltene Aminosäure, die nur in wenigen Proteinfamilien vorkommt.
„Selen trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Die Schilddrüsenhormone sind bereits während der frühen Hirnentwicklung an der Reifung von Nervenzellen beteiligt und bleiben auch im Erwachsenenalter für die neuronale Signalübertragung von Bedeutung. Da diese Hormone ohne Jod nicht gebildet werden können, wird dem Spurenelement neben der Schilddrüsenfunktion eine zweite, eigenständige EU-Angabe zugesprochen.
„Jod trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Vertiefte Informationen zu Jod, Selen sowie ihrem dokumentierten Beitrag zur Schilddrüsenfunktion und kognitiven Funktion.
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